Arbeitsbiographie von Georg Genoux

Geboren 1976 in Hamburg.

1999 - 2003 Regiestudium Moskau an der Russischen Akademie der Theaterkünste Moskau (RATI/GITIS). Abschluss mit Diplom

Über 15 Jahre Erfahrung als Leiter von Theatern, Festival, Theater - und Kulturprogrammen in verschiedenen Ländern, besonders in Krisenregionen. Er verwirklichte dabei als Kurator und Regisseur über 90 Projekte in Russland, Ukraine, Bulgarien, Polen, Deutschland und England, die an Internationalen Theater- und Filmfestivals in vielen Ländern gezeigt und ausgezeichnet wurden.

 

2017 erhielt der Dokumentarfilm von Georg Genoux „School #3“ den Grand Prix der internationalen Jury des Wettbewerbs „Generation 14+“ der 67. Berliner Filmfestspiele (Berlinale). Der Film “School #3” behandelt das Schicksal von Schülern der Kleinstadt Nikolajewka im Osten der Ukraine, die dort den Krieg erlebten.

 

2016 kuratierte Georg Genoux für das Theatre of Displaced People im Auftrag der UNO Agentur für Flüchtlinge in der Ukraine (UNHCR) im Rahmen des GOGOLfestes in Kiew das internationale Theaterprogramm The Stage of Displaced People. An dem Programm nahmen in Form von Inszenierungen, Seminaren, Workshops und Diskussionen Flüchtlinge aus Syrien, Palästina, dem Osten der Ukraine und der Krim teil.

 

2015 gründete Georg Genoux das Theatre of Displaced People in der Ukraine und arbeitet als als dessen Künstlerischer Leiter bis Ende 2017.

Das Theatre of Displaced People entwickelt seit Januar 2015 in verschiedenen ukrainischen Regionen Theater- und Filmprojekte, sowie soziale Initiativen. Dabei steht die kulturelle Arbeit in den Kriegsregionen, besonders mit Schülern, im Mittelpunkt. In Kiew arbeitet das Theater als Center für Binnenflüchtlinge aus dem Osten der Ukraine, die mit der Teilnahme an künstlerischen Projekten ihre Erlebnisse verarbeiten und dabei neue Perspektiven erarbeiten können. Insgesamt hat das Theater seit der Gründung über 40 Projekte und über 30 internationale Gastspiele auf Theater- und Filmfestivals unternommen.

Die Projekte des Theaters wurden u.a. vom Auswärtigen Amt der BRD, dem Goethe Institut, der Kanadischen Botschaft, der Österreichischen Botschaft und vielen mehr unterstützt

 

In diesem Rahmen war Georg Genoux auch Autor und Leiter des Projekts Kinder und Krieger im Osten der Ukraine, das in ukrainischen Städten, die sich  in der Nähe der Frontlinie befinden, in Form von Theaterimprovisationen und öffentlichen Aufführungen den ersten Kontakt und Dialog zwischen örtlichen Schülern und dort stationierten Soldaten herstellt.

 

Im Dezember 2015 kürte die gazeta.ua das Theatre of Displaced People zur "Wichtigsten Errungenschaft des Ukrainischen Theaters 2015".

 

Dezember 2016 schrieb die Ukrainian Pravda, dass das “Theatre of Displaced People mehr für den Dialog von Menschen aus Ost und West tut, als alle staatlichen Programme zusammen.”

 

2013 - 2015 arbeitete Georg Genoux als Künstlerischer Leiter des Replica Theaters in Sofia und gründete dabei das Festival-Laboratorium NEDRAma. Ein Schwerpunkt der Arbeit von NEDRAma war das Projekt Über die alten Menschen, eine Zusammenarbeit des Theaters Replica in Sofia und dem Goethe Institut in Bulgarien. Drei Jahre lang kümmerten sich die Schauspieler des Theater Replica unter Anleitung von Georg Genoux um hilfsbedürftige alte Menschen in verschiedenen Teilen Bulgariens und stellten ihre Eindrücke in Form von Theatervorstellungen da. 2015 verlieh der bulgarische Präsident Rossen Plewneliew dem Theater Replica den Preis für zeitgenössische Kunst “Stoyan Kambarev” für ihre Projekte mit dem Regisseur Georg Genoux.

 

2012 - 2013 inszenierte Georg Genoux am Meyerhold Zentrum in Moskau das Theaterstück Lear probt den Tod mit Bewohnern eines Seniorenwohnheimes für Schauspieler. Das Projekt wurde für das Russian Case Programm des Russischen Festivals und Nationalpreises “Goldene Maske” eingeladen.

 

2012 erarbeitete Georg Genoux im Rahmen der 7. Biennale für Zeitgenössische Kunst in Berlin mit Migranten und Berliner Bürgern das Projekt KRISE, in dem die Teilnehmer persönlich wichtige Lebenskrisen verarbeiteten und dem Publikum vorstellten.

 

2010 - 2012 initiierte Georg Genoux das Programm Erinnerungsdrama am Internationalen Memorial Zentrum, dem Andrey Zakharov Museum, der Nationalen Galerie für zeitgenössische Kunst in Moskau.  In dessen Rahmen wurden Theaterprojekte über die Geschichte der Sowjetunion und der nationalsozialistischen Vergangenheit in Deutschland mit Dokumenten aus Archiven und Interviews mit Zeitzeugen erarbeitet.

Das Projekt wurde von USAID und dem Goethe Institut Moskau gefördert

 

2010 - 2012 war Georg Genoux Mitgründer und  Co - Leiter des Programms Grenzen überwinden am Andrey Zakharov Museum in Moskau, das in Form von Theaterstücken, Seminaren, Diskussionen, Laboratorien und Fotoausstellungen Fragen der Menschenrechte, besonders im Bereich der Migration behandelte.

Das Projekt wurde von der Europäischen Kommission, dem Goethe Institut Moskau, dem Polnischen Institut und vielen weiteren Einrichtungen gefördert.

 

2011 wählte die Moskau Times Georg Genoux zum Menschen des Jahres im Russischen Theater.

 

2008 gründete und leitete bis 2013 Georg Genoux das Joseph Beuys Theater in Moskau. In Zusammenarbeit mit Therapeuten aus verschiedenen Bereichen entwickelte er als Kurator und Regisseur mit Menschen Theaterprojekte in deren Rahmen sie Lebenskrisen verarbeiten konnten. Die Projekte des Theaters nahmen an vielen internationalen Festivals teil. Drei Projekte wurden als “Bestes Experiment” des Russischen Festivals und Nationalpreises “Goldene Maske” nominiert.


 

2006 bis 2013 initiierte und leitete Georg Genoux die interdisziplinäre Theaterinszenierung Demokratia.doc, die in Form von Theaterimprovisationen mit den Zuschauern aktuellen Fragen zum Thema Demokratie in Russland bearbeitete. Dabei gastierte das Projekt in über 30 russischen Städten und nahm an internationalen Festivals in Russland und Europa teil. 2012 nahm es an 5. Biennale für zeitgenössische Kunst in Moskau teil.

 

2002 war Georg Genoux Mitgründer des Teatr.doc in Moskau, wo er bis 2012 als Regisseur und Kurator arbeitete. Das Theater spezialisierte sich auf politische und soziale Fragen und wurde zu einem der international angesehensten Gegenwartstheatern Russlands, das mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet wurde.

 

Die Regie - Diplom Inszenierung von Georg Genoux Zeitnot (2002 in Moskau) behandelte den Krieg in Tschetschenien. Georg Genoux arbeitete  in enger Zuammenarbeit mit Kriegspsychologen mit russischen Soldaten und BürgerInnen aus Tschetschenien, die den Krieg erlebten. Das daraus entstandenen Theaterstück war die erste Regie - Diplomarbeit im Bereich Dokumentartheater in Russland. Die Inszenierung eröffnete das Teatr.doc in Moskau und wurde 2003 auch von Georg Genoux im Rahmen eines der renommiertesten Festivals für neue Dramatik, dem Heidelberger Stückemarkt, inszeniert.

 

1998/99 absolvierte Georg Genoux seinen Zivildienst an der Freien Schule Zhjukowski (in der Moskauer Umgebung). Er gestaltete in den Klassen 1 - 7 in Zusammenarbeit mit einer russischen Kollegin den Deutschunterricht, den er zum größten Teil auf Theaterarbeit aufbaute. U. a. Inszenierte er mit den Schülern den Roman “Momo” von Michael Ende.

 

Weitere Links zu Veröffentlichungen über die Projekte Georg Genoux:

 

“School Number 3”. Den Krieg besiegen (Homepage Goethe Institut).

https://www.goethe.de/ins/ua/de/kul/sup/ndk/20928773.html

 

Mein Nikolajewka: Theater im Krieg (taz - am Wochende)

http://www.taz.de/Theater-im-Krieg/!5200597/

 

Wir brauchen ein Volk (Der Spiegel)

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-62013420.html

 

Georg Genoux takes a leave of Moscow (Moscow Times)

https://johnfreedmanarchive.wordpress.com/2017/07/17/georg-genoux-takes-leave-of-moscow/

 

Theatertherapie. Wie ein ukrainisches Theater mit Flüchtlingen arbeitet (Geschichte der Gegenwart)

http://geschichtedergegenwart.ch/theater-als-soziale-handlung-antworten-eines-ukrainischen-theaterprojektes-auf-den-krieg/

 

 

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